Bordgesetze

Mitsegeln Griechenland - Inselhüpfen und Buchteln

Segeln zu idyllischen griechischen Häfen der Ägäis und Kykladen

Manches an Bord einer Yacht funktioniert technisch anders...

als wir Mitteleuropäer das von zu Hause gewohnt sind.

 

Die nachfolgenden Punkte sind diejenigen, die bei Törns besondere Erwähnung finden, und deren Kenntnis für (übrigens jeden) Törnablauf nicht nur hilfreich, sondern unabdinglich sind:

 

Buchtenbummler Mitsegeln

220 V Wechselstrom gibt es nur auf großen (Luxus-)Yachten mit Generator - an Bord der üblicherweise in Charter befindlichen Yachten gibt es einen 220V-Landanschluß, wenn man im Hafen liegt, aber beim Segeln oder Ankern in einsamen Buchten wird der Bordstrom mit 12 V aus den Batterien geholt und deren Kapazität ist begrenzt.

Der Kühlschrank läuft nur begrenzt, kühlt nur phasenweise und hat auch nur begrenzten Stauraum. Daher sollte man darauf achten, daß man keine leichtverderblichen Lebensmittel kauft, und daß angebrochene Packungen kurzfristig aufgebraucht werden!(siehe auch unten bei Ungeziefer).

 

Zum Trinken verwendet man im Süden meist gekauftes Wasser aus der Flasche, um Magenverstimmungen vorzubeugen! Für den normalen sonstigen Süßwasserbedarf (Zähneputzen, Duschen,Abspülen) haben Segelyachten einige hundert Liter Wasser an Bord, aber mit 6-8 Personen wird schnell klar, daß auch ein größerer Tank nicht lange hält - daher ist sparsamer Umgang mit Wasser schnell gelernt!

Zwar sind in der Türkei mittlerweile fast alle Anlegestellen mit Wasseranschluß versehen, das lassen sich viele aber auch teuer bezahlen. In Griechenland sind manche Inseln völlig ohne eigenes Wasser, und das wird dann per Tankschiff angeliefert. Daher ist das Befüllen des Wassertanks auch relativ teuer, sofern es überhaupt möglich ist!

Man muß deswegen nicht verzweifelt jeden Wasserverbrauch an Bord vermeiden, aber man kann durchaus etwas "bewußt" mit den doch begrenzten Ressourcen umgehen, z.B. das Wasser beim Zähneputzen nicht laufen zu lassen, beim Duschen sparsam zu sein, beim Abspülen nur die benötigte Menge Wasser ins Waschbecken zu füllen, statt bei laufendem Wasser abzuspülen usw.

Das Bord-WC!

 

Eines der häufigsten Probleme an Bord ist das Bord-WC.

Dieses wird durch Pumpen mit Wasser aus dem Meer befüllt und dann abgepumpt. Die Fäkalien gelangen in einen Tank, der dann weit draußen geleert wird.

 

Es ist dabei extrem wichtig, sich Folgendes gut durchzulesen und zu merken:

ins Klo kommt nur, was vorher gegessen oder getrunken wurde (Klopapier, Damenbinden, Tampons und Essensreste gehören nicht dazu) Das wird leider oft "klammheimlich" mißachtet (es guckt ja keiner, ist ja eklig mit dem Toilettenpapier...schwupps, rin ins Klo....) Aber die dünnen Rohre verstopfen schnell, und dann ist das ganze Toilettensystem außer Betrieb.

 

Es muß dann mühsam auseinandergebaut werden (und das ist erst recht eklig - nicht nur für den Skipper...)

 

Daher bitte gleich und unbedingt ultimativ (!!) einprägen:

Klopapier, Tampons, Damenbinden gehören in die neben dem Klo stehende Tüte (das ist übrigens in fast allen südlichen Ländern auch an Land so, da man dort auch nur dünne Abwasserrohre hat!)

 

Bitte keinesfalls mit Koffern anreisen!

Wir können diese an Bord nirgends stauen, und es ist deswegen unabdinglich, faltbare Taschen oder Seesäcke zu verwenden, die man nach dem Auspacken klein zusammenfalten kann. Bei vorherigem oder nachherigem Hotelaufenthalt kann man die Koffer im Hotel lagern - bei Onewaytörns wird das allerdings schwieriger

Bordgesetze - was man wissen sollte, wenn man an Bord kommt!

Ungeziefer wie Fliegen,Wespen, Hornissen, Flugameisen, Kakerlaken oder gar Mäuse und Ratten können einem den Törn vermiesen.

Segeln findet in freier Natur statt, da gehören "wilde Tiere" dazu, aber man muß die ja nicht unbedingt an Bord holen. Eine zu Hause harmlos herumliegende Frucht (oder angebrochene Essenspackung) lockt auf einem Schiff schnell Ungeziefer an. Daher sollte man alles umgehend wieder wegpacken - an Bord der Flexen Hex´n haben wir eine umfangreiche Tupperware-Sammlung !! Ansonsten empfiehlt sich, alles möglichst schnell in Frischhaltefolie einzuwickeln, und gleich wieder in den Kühlschrank zu legen, da durch die große Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit alles außerordentlich schnell verdirbt. So manche Magenverstimmung resultiert aus verdorbenen Lebensmitteln - hier sollte man besonders vorsichtig sein.

 

Kakerlaken sollte man möglichst nicht an Bord haben. Daher sind sämtliche Kartonagen sofort nach dem Auspacken wieder von Bord zu geben (sofort heißt sofort und nicht später).

Grund: in den Klebern leben meist die Larven der Kakerlaken, und wenn die erst einmal an Bord sind, ist es eine nervige und teure Angelegenheit, diese netten Tierchen wieder loszuwerden.

Aus demselben Gund bitte NIEMALS eine Kakerlake zertreten! Man sieht sie öfters abends auf der Kaimauer herumkrabbeln - wer dann drauftritt, dem kleben hunderte oder tausende Eier an der Schuhsohle, der Schuh beginnt nach einigen Tagen von selbst zu wandern... daher NIE drauftreten!

 

Immer vorbereitet sein!

Eben dösen noch alle in der Sonne, plötzlich bricht ein heftiger Fallwind über das Schiff herein, Handtücher fliegen davon, der Anker slippt... das wird stressig...ein herumliegendes Messer, oder Scherben herunterfallender Gläser sind dann wesentlich unangenehmer (und gefährlicher), als zu Hause auf der Terrasse, denn die wackelt nicht herum. Daher sollte man immer drauf achten, daß man nichts unbeachtet herumliegen lässt, und daß alles, was herunterfallen kann auch herunterfallen WIRD - garantiert!

Ein chaotisches Durcheinander mag zu Hause ein Hinweis auf "genialen Durchblick" sein, an Bord eines Schiffes kann es aber jederzeit wetter- und windbedingt zu veränderten Situationen kommen, in denen man "blind" wissen muß, wo was zu finden ist, ohne Suchen zu müssen.

 

Landschuhe sollten vor Betreten des Schiffes ausgezogen werden, da immer kleinste Steinchen und Sand oder anderer Dreck daran kleben, der sich dann über das ganze Schiff verteilt. Man kann barfuß segeln oder Bordschuhe tragen. Teure Bordlederschuhe müssen nicht sein, die gehen im Salzwasser auch schnell kaputt. Empfehlenswert sind Stoffschuhe mit weißen (!!) Sohlen und ohne Profil, die man nach dem Törn auch entsorgen kann.

 

"Au weia - das geht ja gut los!"

wird so Manche/r sich denken *schmunzel*....

 

Aber kein Grund zur Sorge!

Was ich gerade geschildert habe, sind die "klassischen Probleme" an Bord einer Yacht, die mit etwas Vorinformation und "Mitdenken" sowie "Umdenken" auch für Leute, die noch nie gesegelt sind (eben Landratten*schmunzel*), schnell Routine werden!

 

Alles wird bei der Einweisung in Ruhe besprochen und erklärt, und Manches ist daher anfänglich zwar etwas ungewohnt, aber durchaus unproblematisch!